Die Wiederbelebung der Katu-Weberei

Im Herzen Südlaos, in der Nähe von Tad Lo, lebt die ethnische Gruppe der Katu . Isoliert und oft ohne Bildungs- oder Berufschancen, bewahrt diese Gemeinschaft dennoch eine sehr reiche Kultur: ihre eigene Sprache, eine animistische Religion und vor allem eine starke handwerkliche Tradition, die Weberei.

Katu-Traditionen

Eine Kultur zwischen Glauben und Weben

Bei den Katu ist die Gesellschaft in patrilinearen Clans organisiert, in denen Besitz und Status von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ihre Spiritualität ist animistisch: Jedes Element der Natur (Wald, Flüsse, Reis, Vorfahren) wird von Geistern bewohnt, dieYungUndBraoGroße Zeremonien, wie etwa die Opferung des Büffels, prägen das Gemeinschaftsleben.

Doch gerade im Weben kommt ein wesentlicher Teil dieses Erbes zum Ausdruck, das von Mutter zu Tochter weitergegeben wird. Katu-Frauen sind bekannt für ihre meisterhafte Webtechnik inRückengurt: Sie spinnen Baumwolle, färben sie mit Pflanzenpigmenten und weben sie. Ihr einzigartiges Know-how besteht darin, Perlen in den Schussfaden zu integrieren und so symbolische Muster zu schaffen, die die Geschichte der Katu-Umgebung und des kulturellen Universums erzählen.

Das Katu-Programm

Wenn das Weben für Katu-Frauen zu einer Quelle der Autonomie wird

Heute geben viele junge Mädchen das Weben auf, um an der Seite ihrer Eltern auf den Reis-, Kaffee- und Maniokfeldern zu arbeiten. Mangels wirtschaftlicher Perspektiven droht diese Tradition auszusterben.

In diesem Kontext entstand das Katu-Programm, das von Sydachan und ihrer Schwester Soutsada koordiniert wurde. Gemeinsam gründeten sie eine Kooperative von zehn Weberinnen und beschlossen, dieses traditionelle Handwerk zu fördern. Ihr Ziel ist es, den Katu-Frauen ein angemessenes Einkommen durch Weben zu ermöglichen und gleichzeitig ihre Kultur zu bewahren. Dieses Programm bietet diesen Frauen eine echte Chance zur Emanzipation.

Dank des Katu-Programms sind Handwerkerinnen nicht mehr auf das Weben beschränkt:

  • Sie werden im Nähen ausgebildet, um ihre Stoffe in marktfähige Produkte zu verwandeln.
  • Sie arbeiten mit Opportunity for Women zusammen, um moderne Kollektionen zu entwerfen, die sowohl für Touristen als auch für den Export konzipiert sind.
  • Sie bieten Web- und Pflanzenfärbeworkshops für Reisende an und nehmen auch an Englischkursen teil, um diese Workshops eines Tages selbstständig durchführen zu können.

Die Partnerschaft mit der Groupe SEB

Ein Projekt zwischen Tradition und Innovation

Dank der finanziellen Unterstützung der Groupe SEB markierte das Jahr 2024 einen echten Wendepunkt für das Projekt:

  • Mit der Ankunft von Ausbildern und dem Kauf einer ersten Nähmaschine begann die Nähausbildung, die es den Frauen ermöglichte, ihre Stoffe in fertige Produkte zu verwandeln.
  • Um diese Arbeit sichtbar zu machen, wurde in einem Gästehaus ein Pop-up-Store eröffnet: Die Frauen kümmern sich selbst um den Verkauf und weben gleichzeitig vor Ort weiter.
  • Gleichzeitig wurden die ersten Web- und Naturfärbe-Workshops für Touristen organisiert und eine Website zur Präsentation ihrer Kreationen eingerichtet.

Die ersten Prototypen für den französischen Markt haben bereits sehr positives Feedback erhalten und eineSammlunghat gerade das Licht der Welt erblickt.