Ökologie in Südostasien: verstehen, handeln und vermitteln

In Ländern wie Vietnam, Laos und Myanmar ist Ökologie keine Priorität, obwohl die Bevölkerung und insbesondere junge Menschen bereits mit den direkten Folgen des Klimawandels konfrontiert sind: Abholzung, Boden- und Wasserverschmutzung, Dürren und Überschwemmungen, insbesondere in Myanmar und im Mekong-Delta. Diese Realitäten wirken sich direkt auf ihren Alltag und ihre Zukunftsaussichten aus.

Tatsächlich gibt es weder ein Bewusstsein noch eine Sensibilisierung für die Folgen des Klimawandels. Priorität hat, sich zu ernähren oder zu arbeiten. Produktivistische Techniken wurden von großen Agrochemieunternehmen vorangetrieben.

Die Landwirtschaft, die nach wie vor im Mittelpunkt des Lebens vieler Familien steht, ist heute geschwächt: instabile Erträge, Abhängigkeit von teuren chemischen Betriebsmitteln, wachsende Verschuldung. In diesem Zusammenhang ermöglicht die Förderung von Praktiken wie dem ökologischen Landbau oder der Permakultur, konkrete, nachhaltige und an die jeweiligen Gebiete angepasste Lösungen anzubieten, erfordert jedoch die Sensibilisierung und den Nachweis der Machbarkeit und des wirtschaftlichen Nutzens.

Diese Herausforderungen sind auch soziale. Mangels Perspektiven verlassen viele junge Menschen die ländlichen Gebiete, was zu einem fortschreitenden Verlust traditionellen Wissens und einem Ungleichgewicht in den Städten führt. Zu zeigen, dass nachhaltige landwirtschaftliche Modelle sowohl rentabel als auch wertschöpfend sein können, schafft eine echte Alternative zu diesem Exodus. Zumal die jüngeren Generationen, die offener für Veränderungen sind, einen starken Hebel darstellen: Einen jungen Menschen auszubilden, bedeutet oft, eine Familie, ja sogar eine ganze Gemeinschaft zu verändern.

Schließlich ist Ökologie auch eine wirtschaftliche Frage. Nachhaltige Praktiken ermöglichen es, Kosten zu senken, den Wert von Produkten zu steigern und neue Märkte zu erschließen. Sie tragen somit dazu bei, die Autonomie der lokalen Bevölkerung zu stärken.

Ein im Rahmen lokaler Partnerschaften verankertes Vorgehen

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, arbeitet Opportunity for Women Development mit engagierten lokalen Akteuren zusammen. In Myanmar ist die Zusammenarbeit mit Fondacio Myanmar von zentraler Bedeutung.

Im Mittelpunkt dieser Initiative steht John Ze Hkang, der Projektleiter für „integrale Ökologie“. Er stammt aus einer burmesischen Bauernfamilie, wurde in Permakultur und der Moderation der Klimawand-Wand in Frankreich ausgebildet und begleitet junge Menschen und Landwirte in einem sowohl pädagogischen als auch praktischen Ansatz. Seine Rolle ist entscheidend, um globale Herausforderungen an lokale Gegebenheiten anzupassen.

Der erste Schritt dieses Ansatzes besteht darin, junge Menschen für Umweltthemen zu sensibilisieren.

In Workshops zur Klimawand-Wand entdecken die Teilnehmer:

  • die Ursachen des Klimawandels
  • dessen Auswirkungen auf ihren Alltag (Landwirtschaft, Wasser, Ressourcen)

Diese partizipative Methode ermöglicht ein schnelles und tiefes Verständnis der Herausforderungen und schafft gleichzeitig ein kollektives Bewusstsein. Sie bildet einen echten Ausgangspunkt, indem sie den kommenden Maßnahmen Sinn verleiht.

Doch Verstehen allein genügt nicht. Es ist unerlässlich, konkrete Lösungen anzubieten.

Unsere Ausbildungs- und Demonstrationsmaßnahme

OFWD entwickelt in Yangon, im Zentrum von Fondacio, einen konkreten Demonstrator, der praktisches Lernen und das Testen reproduzierbarer Modelle ermöglicht.

Das Pilzhaus: eine einfache und rentable Lösung

Der Anbau von Pilzen, insbesondere von Austernpilzen, bietet zahlreiche Vorteile:

  • Er benötigt keine landwirtschaftliche Nutzfläche.
  • Er verwertet lokale Abfälle wie Reisstroh oder Sägemehl.
  • Er verbraucht wenig Wasser und verwendet keine Pestizide.

Er ist zugänglich und schnell umzusetzen (Zyklus von 3 bis 5 Wochen), ermöglicht es, schnell Einnahmen mit begrenzten Investitionen zu generieren. Er ist auch ein ausgezeichnetes pädagogisches Instrument: Die Ergebnisse sind sichtbar, die Techniken einfach und die Modelle leicht reproduzierbar.

Angepasst an den urbanen Kontext von Yangon, kann diese Aktivität auf kleinem Raum, wie einem Haus oder einem kleinen Grundstück, entwickelt werden. Sie bietet auch sofortige Absatzmöglichkeiten, insbesondere durch den lokalen Verkauf oder die Integration in Orte wie ein Café oder einen Showroom.

Der Permakultur-Demonstrator: Lernen durch Handeln

Der Permakultur-Demonstrator ergänzt diesen Ansatz, indem er einen konkreten Lernraum bietet.

Er ermöglicht es, Folgendes zu tun:

  • Ökologie greifbar und glaubwürdig machen
  • einfache Praktiken lehren (Kompostierung, Mischkulturen, Wassermanagement)
  • direkt anwendbare Lösungen experimentieren

In direktem Zusammenhang mit der Klimawand-Führung beantwortet er eine wesentliche Frage: Was können wir konkret tun?

Über das Lernen hinaus eröffnet diese Art von Demonstrator wirtschaftliche Perspektiven: Gemüseproduktion, Reduzierung der Lebensmittelkosten, Möglichkeit des lokalen Verkaufs. Er ist auch leicht an eine städtische Umgebung anpassbar und benötigt wenig Platz.

Seine Wirkung wird durch seine Reproduzierbarkeit vervielfacht: Jeder ausgebildete junge Mensch kann diese Techniken zu Hause anwenden und an sein Umfeld weitergeben.

Ein kohärenter und nachhaltiger Ansatz

Die Maßnahmen von OFWD basieren auf einer einfachen und effektiven Logik:

  • Verständnis durch Bewusstseinsbildung
  • Erfahrung durch Demonstrationsprojekte
  • Produktion und Einkommenserzielung
  • Wissenstransfer innerhalb der Gemeinschaften

Durch die Kombination von Sensibilisierung, Ausbildung und Experimentieren wird Ökologie zu einem konkreten Hebel für Autonomie, der es jungen Menschen ermöglicht, eine nachhaltige Zukunft in Verbindung mit ihrer Region aufzubauen.