Durch praktische Ausbildung zur Autonomie

In vielen südostasiatischen Ländern ist es für Frauen immer noch schwierig, durch berufliche Weiterbildung, insbesondere im Handwerk, eine nachhaltige wirtschaftliche Integration zu erreichen. Diese Programme sind oft kurz und wenig an die Realitäten des Marktes angepasst. Sie schränken die Aussichten auf finanzielle Autonomie ein und halten viele Begünstigte in prekären Situationen gefangen.

In Myanmar bieten viele Organisationen heute Nähkurse für Frauen an, oft für kurze Zeiträume von zwei bis drei Monaten. Obwohl diese Initiativen eine erste Kompetenzerlangung ermöglichen, haben sie eine große Einschränkung: Sie führen selten zu einer stabilen Beschäftigung und fördern nicht die Gründung eigenständiger Unternehmen. Die Teilnehmerinnen stehen nach der Ausbildung allein auf dem Markt, ohne Unterstützung, ohne kommerzielle Möglichkeiten und ohne wirkliche berufliche Eingliederung. Einige finden Anstellungen in Fabriken oder bieten ihre Dienste in der Nachbarschaft an. Das Ergebnis: Trotz ihrer Fähigkeiten bleiben viele auf unregelmäßige und prekäre Einkommen angewiesen.

Grenzen der Schneiderausbildung in Myanmar: eingeschränkter Zugang zu wirtschaftlicher Autonomie

Angesichts dieser Situation hat Julia Naw, die sich seit 2018 an unserer Seite für die Stärkung von Frauen durch Handwerk engagiert, Ende 2025 YAKAN gegründet, ein strukturiertes Sozialunternehmen, das dank der Partnerschaften mit OFW und Swisscontact noch mehr Frauen helfen kann. Sie engagiert sich in einem beruflichen Integrationsprozess, der über die klassische Ausbildung hinausgeht, indem sie eine nachhaltige Begleitung und eine „On-the-Job“-Ausbildung anbietet, die sich nicht auf das Lehren des Nähens beschränkt. Das Unternehmen begleitet Frauen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Verständnis der Marktanforderungen, Entwicklung angepasster Designs, kontinuierliche Qualitätsverbesserung, Einhaltung von Produktionsfristen, Preis- und Verkaufsmanagement. Die Handwerkerinnen werden nicht nur ausgebildet, sondern in ein strukturiertes Produktionssystem integriert, in dem jede Phase – vom Prototyp bis zur Lieferung – überwacht und bewertet wird.

Dieser Ansatz basiert auf einem Schlüsselprinzip: Lernen durch Produzieren. Die Frauen arbeiten an echten Aufträgen für verantwortungsvolle Märkte, insbesondere in Europa. Sie werden so mit konkreten Anforderungen konfrontiert: gleichbleibende Qualität, sorgfältige Verarbeitung, Einhaltung von Standards (Rückverfolgbarkeit, Etikettierung, Materialien), aber auch Arbeitsorganisation und Koordination mit anderen Akteuren der Textil供应链. Dieser professionalisierende Rahmen ermöglicht es ihnen, direkt verwertbare Kompetenzen zu entwickeln.

Eine weitere wichtige Besonderheit: Diese Ausbildung ist vergütet. Durch die Beteiligung an der Produktion erwirtschaften die Handwerkerinnen sofort ein Einkommen. Im Jahr 2025 hat Julia so die Produktion von über 1.800 Stücken überwacht, wodurch fast 59,5 Millionen Kyat (15.000 Euro) für die beteiligten Frauen generiert wurden. Diese Mittel decken die Nähkosten und sichern den Weberinnen eine angemessene Vergütung. Diese direkte Verbindung zwischen Ausbildung und Einkommen stellt einen starken Hebel zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit dar.

YAKAN: Ein innovatives Modell zur beruflichen Eingliederung durch Handwerk

YAKAN spielt hier eine zentrale, strukturierende Vermittlerrolle, die in Myanmar noch weitgehend fehlt. In einem fragmentierten Textilsektor, in dem die Produzentinnen isoliert arbeiten, agiert das Unternehmen als Aggregator: Es koordiniert die Kunsthandwerkerinnen, sichert die Qualitätskontrolle, organisiert die Produktion, verwaltet die Lagerbestände und stellt den Kontakt zu internationalen Käufern her. Diese Rolle ermöglicht es, eine verstreute und unregelmäßige Produktion in ein zuverlässiges, wettbewerbsfähiges und an die Marktanforderungen angepasstes Angebot umzuwandeln.

Über die technische Ausbildung hinaus bietet YAKAN eine langfristige Begleitung an. Die Kunsthandwerkerinnen profitieren von kontinuierlichem Mentoring, Schulungen zu Markttrends, Peer-Austausch und regelmäßigen Fortschrittsbewertungen. Diese Betreuung ermöglicht nicht nur die Verbesserung der Fähigkeiten, sondern auch die Stärkung des Vertrauens, der professionellen Sorgfalt und der Fähigkeit zur Zusammenarbeit.

Ein nachhaltiger Hebel zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen

In einem durch Wirtschafts- und politische Krisen gekennzeichneten Umfeld bietet dieses Modell eine konkrete und nachhaltige Antwort. Es geht nicht mehr nur darum, auszubilden, sondern die Bedingungen für einen echten Marktzugang zu schaffen, der stabilere Einkommen und eine bessere Widerstandsfähigkeit garantiert.

YAKAN verkörpert eine neue Generation von Initiativen: Projekte, die über die Logik der beruflichen Bildung hinausgehen, um echte integrative Wirtschaftsökosysteme aufzubauen. Indem es Ausbildung, Produktion und Absatzmärkte miteinander verbindet, ebnet das Unternehmen den Weg für ein effektiveres, nachhaltigeres und zutiefst transformatives Modell für die Handwerkerinnen in Myanmar.

Die Gründung von YAKAN erfolgte in einem Kontext, der von starken Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt für Frauen geprägt ist, insbesondere in fragilen Umfeldern wie Myanmar. Angesichts oft unzureichender Ausbildungen, die keine nachhaltige berufliche Integration gewährleisten, und mangelnder konkreter wirtschaftlicher Möglichkeiten, entstand YAKAN als Antwort auf diese strukturellen Probleme. Durch die Bereitstellung umfassender Unterstützung, von der Ausbildung bis zum Marktzugang, möchte das Unternehmen diese Lücken schließen und echte Perspektiven für Autonomie bieten. Um die Entstehung von YAKAN, seine Entwicklung und seine Rolle in diesem Ökosystem besser zu verstehen, laden wir Sie ein, den oben genannten Artikel zu konsultieren.

https://www.opportunityforwomen.org/en/blogs/carnet-de-voyage/quand-un-reve-devient-realite-yakan-une-entreprise-sociale-pour-les-artisanes-du-myanmar