Ein Rückblick auf die Erfahrungsberichte des Abends: Ausbildung junger Menschen in Südostasien, vergleichende Perspektiven auf Laos und Myanmar

Am Dienstag, dem 27. Januar, veranstalteten Opportunity for Women und Fondacio gemeinsam einen Abend mit anregenden Gesprächen. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, Roger und Aleona kennenzulernen, zwei engagierte Persönlichkeiten, die sich in Bildungsprogrammen in Laos und Myanmar engagieren. Anhand ihrer persönlichen Geschichten berichteten sie von ihren Erfahrungen, ihrer Arbeit und ihren zukünftigen Projekten, die alle einem gemeinsamen Ziel dienen: jungen Laoten und Burmesen durch Bildung bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Der Abend bot zudem Raum für einen persönlichen Austausch und schuf eine authentische Atmosphäre des Teilens über die Lebensrealität vor Ort.

Aleona ist in Laos ansässig und koordiniert das Young Lives-Programm, während Roger, ursprünglich aus Myanmar, die regionale Verantwortung für Fondacio Asien trägt. Gemeinsam unterstützen sie die Ausbildung junger Menschen in Südostasien und tragen zur Entwicklung der von Fondacio in der Region durchgeführten Bildungsprogramme bei.

Gemeinsame Herausforderungen über Grenzen hinweg

In ihren Aussagen verdeutlichten sie gemeinsame Herausforderungen. In beiden Ländern ist der Zugang zu umfassender, qualitativ hochwertiger Bildung stark eingeschränkt. In Myanmar erschwert die politische Lage die Lehrergewinnung, die Kursorganisation und den Zugang zu Ressourcen. In Laos mindern die geringe Anzahl an Universitäten und die seit der Pandemie rückläufigen Studierendenzahlen die Zukunftsperspektiven vieler junger Menschen. Vor diesem Hintergrund sind viele gezwungen oder entscheiden sich freiwillig, schnell ins Berufsleben einzusteigen, um ihre Familien zu unterstützen oder ihren Lebensunterhalt zu verdienen – manchmal auf Kosten ihrer Ausbildung. In beiden Ländern gibt es eine erhebliche Migration junger Menschen auf der Suche nach Arbeit in Nachbarländern, insbesondere nach Thailand, wo die Löhne attraktiver sind. Darüber hinaus erschwert die frühe Heirat die Fortsetzung des Studiums, insbesondere für junge Mädchen.

Junge Leben – eine pädagogische Antwort auf regionale Herausforderungen

Als Reaktion auf diese Herausforderungen entwickelte Fondacio das Programm „Young Lives“. Es basiert auf einem gemeinsamen Trainingskonzept, das Englisch- und Computerkenntnisse umfasst, und wird in mehreren südostasiatischen Ländern umgesetzt und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst. In Myanmar und Laos zielen die von Roger und Aleona koordinierten Programme darauf ab, die Selbstständigkeit und die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen durch mehrmonatige Berufserfahrung zu stärken. In Myanmar nehmen jährlich rund zwanzig junge Menschen an einem achtmonatigen Trainingsprogramm in zwei Zentren in Yangon und Myitkyina teil. Dieses beinhaltet neben dem gemeinsamen Kerncurriculum spezifische Module zu Persönlichkeitsentwicklung, kritischem Denken und Führungskompetenzen. In Laos richtet sich ein sechsmonatiges Programm vorwiegend an junge Menschen aus benachteiligten Familien. Dank dieses gemeinsamen Rahmens kann Fondacio „Young Lives“ an spezifische Kontexte anpassen, beispielsweise in Malaysia, wo das Programm auch für burmesische Flüchtlinge angeboten wird.

Das Young Lives-Programm erzielt nachhaltige Wirkungen für die lokale Jugend. In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass es 240 Studierenden in Myanmar zwischen 2016 und 2024 zum Schulabschluss verholfen hat.

Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Programms: Ziele und benötigte Ressourcen

Heute teilen Aleona und Roger dieselben Anliegen: die Suche nach größerer finanzieller Stabilität, um ihre Missionen zu sichern und auszuweiten. In Laos träumt Aleona von einem neuen Zentrum im Herzen des Landes, das sich stärker auf Ökologie und Landwirtschaft konzentriert. Sie hofft, die Zahl der Teilnehmenden zu erhöhen, die Kapazität des Zentrums durch verbesserte Infrastruktur zu stärken und die Programmdauer zu verlängern. In Myanmar leitet Roger das ambitionierte Projekt zur regionalen Anerkennung der Ausbildungsprogramme, um offizielle Diplome vergeben und die Kurse auf ein Jahr verlängern zu können. Für ihn bedeutet die Investition in Ausbildung heute, die zukünftigen Führungskräfte Myanmars vorzubereiten.



Durch ihre Anwesenheit und ihre Zeugnisse machten Roger und Aleona die Realität des Bildungswesens in Laos und Myanmar anschaulich. Ihre Präsentationen hoben die Herausforderungen, die Widerstandsfähigkeit junger Menschen und das Engagement der Führungskräfte von Young Lives hervor und erinnerten uns daran, wie wichtig die Unterstützung aller für das Wachstum dieser Projekte ist.